Biografie

Wie ich laufen lernte…

Man kann nicht gerade behaupten, dass mir der Bergsport in die Wiege gelegt wurde, als ich am 20.Juli 1991 in München zur Welt kam. Aber schon sehr bald zog es meinen Vater wieder zurück in seine Heimatstadt Bad Reichenhall, das „Capitel“ des schönen Berchtesgadener Landes.

Innige Liebe zur Natur?

Meine Eltern versuchten, meinen beiden jüngeren Geschwister und mir, immer die Liebe zu den Bergen und die Schönheit der Natur zu vermitteln und uns durch unsere gemeinsamen Outdoor-Aktivitäten von Computerspielen und vom Fernseher wegzuholen. Egal ob Familienwanderung auf die umliegenden Gipfel, Besuch von Klettergärten, Grillen auf der Saalachinsel oder Übernachtungen auf diversen Hütten – Mama ließ sich immer etwas Interessantes einfallen, und versuchte alle zum Mitmachen zu animieren.
Allerdings war meine Motivation dafür besonders im Alter von 12-15 Jahren eher sehr gering, und die Kämpfe um das passende Wochenendprogramm groß: „Der Papa würde sich aber besonders freuen, wenn ihr alle dabei seid!“ war der Dauerspruch. Der Besuch von Schulfreunden, PC-Strategiespiele und TV Blockbuster waren mir da eindeutig lieber, als irgendeine „völlig sinnlose“ Gipfelbesteigung!

Das erste Mal

Erst als ich eine Ausschreibung für den Götschenfuchs, ein Skitourenrennen in unserer Nähe, gesehen habe, und mir fest in den Kopf gesetzt hatte dort unbedingt zu starten, war ich mehr oder weniger genötigt, meine Leistungsfähigkeit nicht nur im „Extreme-Online-Gaming“ zu verbessern. Jeden Freitag ging es mit „personal Motivator“ Mama zu der Skipiste und mit Papas Material versuchte ich immer neue persönliche Streckenrekorde aufzustellen. „Wenn du da mitmachen willst, dann musst du regelmäßig Skitouren gehen! Von nichts kommt auch nichts!“ war immer ein sehr überzeugendes Argument. Der Bäckereibesuch zur Belohnung danach, ist bis heute als Ritual erhalten geblieben ;-).
Hätte mich damals jemand bei der Streckenhälfte gefragt, ob mir das Rennen Spaß mache, dann wäre die Antwort eindeutig negativ ausgefallen. Allerdings war es schon lustig „carbonene“ Rennläufer mit meiner schweren Ausrüstung zu überholen. Obwohl das Rennergebnis bei meinem ersten Götschenfuchs dann eher bescheiden war, habe ich noch vor Ort für das nächste Rennen, den Jennerstier in Berchtesgaden, zugesagt. Ich war ja jetzt schon „trainiert“!

Immer weiter…

Weitere Rennen folgten, eine eigene (neue) Ausrüstung wurde gekauft und es begann mir immer mehr Spaß zu machen. Durch das internationale Jugendcamp in Praxmar und auch in der Slowakei lernte ich andere „Verrückte“ in meinem Alter kennen und die gemeinsamen Wochenendskitouren wurden meine Highlights. Rasend schnell ging es dahin: Deutsche Meisterschaft, 1. Weltcup und dann sogar die Einladung für den DAV bei der WM in Chambery 2008 starten zu dürfen – WAHNSINN! Ich glaube meinen ersten gesponserten Hagan-Ski habe ich sogar mit ins Bett genommen.

Man kann da auch hochlaufen!

Jedoch habe ich ziemlich bald gemerkt, dass man auch im Sommer etwas tun muss, um für den Winter fit zu sein, oder sich sogar zu verbessern. Da Berggehen mit Stöcken, der Bewegung im Winter doch recht ähnlich kommt, machte ich ab da die „völlig unnützen“ Gipfel im Bad Reichenhaller Talkessel unsicher. Oft kam ich total platt nach Hause und musste mich sofort hinlegen. Der Reiz neue Wege zu erforschen, bereits bekannte Pfade schneller zu gehen und sich selber immer wieder zu motivieren, wurde immer stärker.
Eines Tages ist ein Bergläufer an mir vorbeigelaufen und hat mich gnadenlos überholt. „Wieso hat der denn gar keine Stöcke und ist schneller als ich?“, „Ach so, Laufen kann man da also auch.“ und „Das muss ich auch probieren!“, schoss es mir durch den Kopf.

Ausgegebenes Ziel war jetzt einfach nur um jeden Preis DURCHLAUFEN, egal wie steil, weit oder anstrengend. Bei meinem ersten Versuch den Dötzenkopf zu erlaufen musste ich einige Male auf der Stelle trippeln, da der Puls im ganzen Körper hämmerte und die Stufen einfach viel zu hoch waren, aber ich musste nicht gehen! Die Strecken wurden länger, die Höhenmeter mehr und ich meldete mich (von Laufsporthändler Stephan Tassani-Prell überredet) zu meinem ersten Berglauf an. Bei all dem kam die Schule allerdings nicht zu kurz, da für mich die Prioritäten klar waren: Abitur → Berglaufen → Klettern → Radln → … oder war es doch anders? Ich kann mich wohl nicht mehr so gut erinnern ;-).

Abenteuer Transalpine Run

Einige weitere Bergläufe folgten und irgendwann fragte mich Stephan, ob ich mit ihm beim Transalpine Run starten will, ich solle doch einmal auf der Website nachschauen, ob mich das interessieren würde. In 8 Tagen über die Alpen laufen, 350km und viele Hm dabei zurücklegen – das hörte sich nach Abenteuer für die Sommerferien an und ohne lange nachzudenken, sagte ich ihm zu. „Mist, da muss ich ja auch bergablaufen.“ und „Fast ein Marathon pro Tag ist schon ganz schön viel, besonders wenn mein bis dato längster Lauf 25km war.“ – all das fiel mir allerdings erst später auf.
Nun folgte eines meiner schlimmsten Erlebnisse: Die Woche nach meinem ersten seriösen Downhill! Schmerzen beim Aufstehen, die Treppe rückwärts runtergehen zu müssen und Krämpfe beim Radln ließen mich recht schnell an meiner spontanen Zusage zweifeln.

Achtung Suchtgefahr!

Der Transalpine Run, mit allen Höhen und Tiefen, war ein prägendes Erlebnis und hatte Suchtpotential – atemberaubende Landschaften, die tägliche körperliche Herausforderung und die gigantische Stimmung im TAR-Tross. Stephans Hauptsponsor, Salomon, fragte mich anschließend, ob ich denn in das Team kommen wolle – UNGLAUBLICH, na klar will ich das! Vielleicht der entscheidende Zündfunke? Wer weiß???

Kurzinfo

Geburtstag:  20. Juli 1991
Geburtsort:  München (D)
Wohnort:  Bad Reichenhall
Größe:  180cm
Gewicht:  62kg
Hobbies:  Computer, Technik, Klettern,…
Beschäftigung:  Lehramtsstudent Mathematik und Biologie Universität Salzburg
Erstes Rennen:  Götschenfuchs 2006
Lieblingsgipfel:  Dötzenkopf 1001 m.ü.NN

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