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Salomon SkyRun Südafrika

Trailrunning6. Dezember 2014 um 0:09

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Abenteuer by PureAdventures

Mittlerweise kann man fast auf jedem Winkel der Erde Trailrunningrennen und Ultraläufe mit beinahe jeder Distanz, Schwierigkeit und Terrain bestreiten aber der Salomon SkyRun in Südafrika ist noch ein wirkliches Abenteuer.Die 100km Strecke führt durch eines der wildesten und einsamsten Gebirge des Landes am Nordrand des Königreichs Leshoto entlang, man muss seine komplette Verpflegung selber mittragen, die Navigation auf den nur sporadisch ausgetretenen Pfaden erfolgt ausschließlich mit Karte, Kompass und GPS, bis auf die 8 mit Marshalls besetzten Checkpoints erblickt man stundenlang keine einzige Spur von Zivilisation, an den unzähligen, schier unüberwindlichen Stacheldrahtzäunen verletzt man sich beim Überklettern leicht, Wasser gibt es nur wenn es genug geregnet hat und die Bäche nicht ausgetrocknet sind und das Wetter ist extrem unbeständig und wechselhaft.

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Limitiert aber familiär

Während die auf genau 150 limitierten Teilnehmer der langen Strecke und die 100 Läufer des 65km „SkyRun Lite“ im Schein der Stirnlampen ins Abenteuer geschickt um Punkt 4:00 Uhr in der Früh in Lady Grey losgeschickt wurden, machte sich der komplette Organisationstross auf Geländewagen sogleich zum Ziel im Wartrail Country Club auf. Dieses Finish darf man sich aber nicht wie einen Pub von nebenan vorstellen, sondern es ist lediglich ein großes Haus das den benachbarten Farmern im Umkreis von 150km als gelegentlicher Treffpunkt dient und noch einmal den familiären Charakter der Veranstaltung verdeutlicht. Die Mütterchen verwöhnen die Teilnehmer mit lokalen Spezialitäten, ihre Ehemänner melden sich freiwillig als Marshalls und warten stundenlang an den Checkpoints auf die Läufer, die herrschaftlichen Farmhäuser werden zu Massenunterkünften und die Omas backen Kuchen 🙂

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 Zack und weg

Bereits nach dem ersten langen Anstieg hinauf zur CP1, konnte sich der wegkundige Südafrikaner Iain Don Wauchope beim Überklettern des ersten Zaunes von uns allen absetzten und blieb bis zum Ziel ungesehen und auch uneinholbar. Da es sich zusammen leichter navigieren lässt und einige Athleten die Strecke schon aus dem letzten Jahr kannten, bildeten sich recht bald Gruppen und so wechselten sich mein bärtiger kanadischer Teamkollege Gary Robins und ich an der Spitze des Verfolgerfeldes ständig ab. Extrem steile, weglose Graswiesen, verblockte Geröllpassagen, trockene, wüstenähnliche Steppenlandschaften bei 35°C (Puh, der Termperaturunterschied zu Daheim war schon brutal), das teilweise mannshohe Gras und die vielen Navigations-Zwangs-Stopps (1min hier, 2 dort, das summiert sich auf) machten das Vorankommen deutlich schwerer als bei einem „normalen“ Rennen. Etwa bei Streckenhälfte konnte ich mich zwar an der sog. „Belloch Wall“, einem extrem steilen Grashang mit ziemlich genau 500 Höhenmetern und einer der beiden Schlüsselstellen des Rennens, absetzten, jedoch spürte ich meine Fußverletzung vom Sommer wieder zurückkommen.

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Schon wieder…

„Mist, warum ausgerechnet jetzt?!?!? Ich habe so einen super Tag, endlich mal KEIN Bauchweh, KEINE Krämpfe, KEINE Blasen, Materialtechnisch passt allles, ich bin motiviert, aber diese SCH… Ferse! Zack, 4 Schmerztabletten und dann schaffe ich die letzten 40km auch noch. Aber ob das wirklich eine gute Idee ist? Was ist wenn ich nachher gar nicht mehr gehen kann? Ach egal, du wirst 2., da kann man schon mal was riskieren. Aber dann wirfst du dich selber wieder um 5 Monate zurück! Hätte ich doch….“ Solche und ähnliche Gedanken schossen mir durch den Kopf als ich schweren Herzens auf Position 2 liegend bei km63 einfach gerade ins Ziel des SkyRun Lite lief und nicht links für die letzte Schleife abbog. Naja, ob das jetzt im Nachhinein die richtige Entscheidung war? Wahrscheinlich schon, Gesundheit geht vor…….aber gewaltig ärgert es mich doch!

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Knapp daneben ist auch vorbei $$$

Es schien perfektes Timing bei mir gewesen zu sein, denn kurz darauf schlug das Wetter plötzlich um, die Temperaturen sanken innerhalb von Minuten von 32°C auf unter 20°C und Sturm und Hagel zwang nahezu alle Athleten dazu die umfangreiche und streng kontrollierte Pflichtausrüstung auch zu verwenden. Nichtsdestotrotz stellte Iain mit 12:08h einen neuen Streckenrekord auf, verpasste aber um nur 8min die 10.000$ Prämie, die für den ersten Mann unter 12h (14:30h bei den Damen) ausgeschrieben wurde. Iain wird sich noch lange überlegen wo er hätte Zeit sparen können. Zweiter wurde der kanadische Wikinger Gary Robins (13:46h) gefolgt von Jock Green (14:12h). Bei den Damen siegte die südafrikanische Vorjahressiegerin Landie Greyling (16:14h) vor Trailschnittchen Julia Böttger (19:53h) – bravo! Da Julia die Strecke genauso wenig kannte wie ich, war es für sie besonders schwierig in der Nacht zu navigieren, da man kaum Anhaltspunkte zur Orientierung findet. Puh, zum Glück ist mir das erspart geblieben 😉 Auf jeden Fall herzliche Gratulationen an alle Finisher!!!

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SA Roadtrip

Unser Roadtrip nach dem Rennen war dann wirklich ein krönender Jahresabschluss! Wildtier-Safari in der Moketsi Game Ranch mit Löwen, Wasserbüffeln, Zebras, Giraffen, Gnus und Nashörnern. Weinprobe in Stellenbosch, Calamari-Essen im weltbesten Calamari-Restaurant in Houte Bay (kein schlechter Wohnort Ryan Sandes 🙂 ), Hike and Run auf den Tafelberg und Lions Head, Pinguin-watching an der Atlantikküste, Drink & Dance im Beerhouse,…
Danke Michael De Haat, Adrien Suffy, Vicky, Ian Corless, Julia, Gary, Linda und Nick für die super Tage 🙂

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Lust auf mehr?

Für alle die das Abenteuer selber erleben wollen hat Ian Corless, der Produzent von Talk Ultra, ein Package zusammengeschnürt – inkl. Salomon SkyRun und der Erlebniswoche nachher. Mehr dazu hier. Interviews und mehr Infos in Episode 73 von Talk Ultra.

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