Marzoll → Salzburg → Frankfurt → S.C. de La Palma → Puerto Naos

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(c) Jordi Saragossa

Das hört sich ja eigentlich gar nicht so schlimm an, dauert aber ewig und da Direktflüge nach La Palma leider äußerst schwer zu finden sind, müsste ich mich eigentlich glücklich schätzen nicht auf dem spanischen Festland oder auf den Nachbarinseln umsteigen zu müssen.Die dicken Beine, das „Gourmet-Menü“ und der anhaltende Schlafdrang waren aber recht bald verFLOGEN, als ich noch am Flughafen die Schlüssel für einen kleinen Jeep mit aufklappbaren Sonnendach von meinen Landsleuten der LaPalma 24 Autovermietung in die Hände gedrückt bekommen habe. Vielen Dank auch für die ständige Hilfsbereitschaft und die vielen Insider-Tipps (nach 20 Jahren sind das so einige :-)) Schneidig mit Cabriolet-Feeling ging es dann gleich einmal quer über die Insel zum Hotel (ahrrg, warum sind da nur so viele 50er Begrenzungen!)

Berge und Meer

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Noch lustig am Strand von Tazacorte

Leicht zu erkennen an dem aggressiven Auftreten (der Schuhe natürlich 😉 und der einheitlichen Bekleidung vieler Hobby-Läuferclubs, checkte ich ein: Was für eine freudige Überraschung als mir  mein französischer Salomon Teampartner, der (wahrscheinlichst) schnellste Winzer überhaupt, Francois d’Haene noch im Aufzug unseren Zimmerschlüssel in die Hand drückte und mich für einen „eays run“ überredete. Zum Glück im Winter für die Skitourenrennen geübt, legte ich einen tadellosen 2min Wechsel hin und schon ging es wieder aufwärts Richtung Berggipfel. Es ist immer wieder faszinierend, dass man innerhalb weniger Minuten vom Strand zu wunderbaren Trails fahren kann, die sich an den Vulkankraterrändern entlangwinden. Ok, so langsam waren wir auch nicht unterwegs und umso besser schmeckte dann das Abendbuffet – sogar Anton Krupicka hielt sich an die Regeln und zog eine lange Hose an 😉 Na Schmarrn, es ist immer wieder sehr bereichernd wohlbekannte Gesichter mal wieder in echt (und nicht nur digital) zu treffen, die Abenteuer von Kilian, Adam Campell oder Joe Grant zu hören und sich über die kommende Saison zu unterhalten.

Die Vorbereitung stimmt

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Sonnenuntergang – einfach gigantisch!

Die verbleibenden zwei Tage vergingen trotz stark reduziertem Training wie im Flug: Schlafen, Essen, Laufen, Essen, Relaxen am Strand und im Meer (ich will ja niemand neidisch machen, aber 20°C könnten es durchaus gewesen sein), Interviews und Fotos machen, Material zusammensuchen (und natürlich so gut es geht optimieren), Ratschen, Essen 🙂 Ein Highlight war sicherlich der Besuch einer lokalen Bananen Fabrik. Bananen, oh Entschuldigung, ich meinte natürlich Platanos, sind auf La Palma der Exportschlager und konkurrieren problemlos mit den klassischen Südamerikanischen Sorten. Da der Inselvertrieb nicht nur in den üppig Ausgestatteten Verpflegungsstationen Hauptsponsor ist, war das natürlich keine reine Informationsveranstaltung sondern primär eine Werbemaßnahme mit den Elite-Runnern und ein Dank für die Unterstützung. Ich glaube in den 50m durch die Fabrik wurden 1000 Fotos geschossen und 200 min Film produziert….

Volkssport Trailrunning?

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Playa del Tazacorte – von da geht es nochmal 7km und 350Hm ins Ziel…

Der Lauf ist sicherlich der größte Event auf der „la isla bonita“ und dementsprechend herrscht während des Wochenendes absoluter Ausnahmezustand. Überall hängen Plakate und überlebensgroße Poster von Miguel Heras, dem zweimaligen Gewinner. Jedes Hotel beherbergt  mindestens eine Handvoll „corredores“, hat man einen Speedcross an oder lässt es das Outfit es ein kleines bisschen vermuten, wird man überall auf den Ultramarathon angesprochen – die echte Begeisterung der Bevölkerung ist zu spüren und motiviert natürlich ungemein. Schade, dass ich nicht gewonnen habe, weil sonst könnte man hier sicherlich ein Jahr von Einladungen und Geschenken leben 🙂

Es geht los mit ganz großen Schritten

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Geniale Trails hoch über dem Meer

Samstag Früh war es dann so weit. Um 4:00 Uhr (eine fiese Zeit!) ging es in einem langen Autocorso zum Start zum Leuchtturm ganz im Süden. Je weiter der Countdown auf einer riesigen Uhr am Stand herunter gezählt wurde, desto mehr stieg meine Anspannung. Die Atmosphäre ist einfach gigantisch, im Lichtermeer von 1600 Stirnlampen, mindestens ebenso vielen Zuschauern und umherfliegenden Filmdrohnen heizen weltweit bekannte Rocksongs die sowieso energiegeladene Stimmung noch einmal an. Pünktlich um 6:00 Uhr fällt der Startschuss und das ganze Feld stürmt los.

Leider…

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Magnesium konzentriert???
(c) Jordi Saragossa

…musste ich bereits vor dem Start zweimal ins Gebüsch springen und das hat sich dann während des Rennens noch 5 Mal so fortgesetzt. Bereits im Vorfeld ging scheinbar schon eine „flu“ im Hotel herum und ich war nicht der einzige Läufer mit Bauchweh, Magenschmerzen und Speiberei. Schade eigentlich, weil die Beine super locker waren und ich 120% motiviert war… So konnte ich auch nicht mein Ziel erreichen die 8h-Marke zu knacken und in die Top10 (oder besser???) zu laufen. Bis auf Thomas Bohne ging es meinen Deutschen Teammitgliedern leider auch nicht so prickelnd: Thomas Wagner begleitete einen kanadischen Mitläufer, der umgefallen war, bis zur nächsten Rescue-Station und wurde dann selber Opfer der Hitze.

Die kompletten Ergebnisse gibt es hier.