Nur noch 5 Tage

transvulcania-map

Ja, so ist es…

Ja, es ist wieder soweit und morgen geht es “schon wieder” zum Transvulcania nach La Palma. Ungeachtet, dass der Frühling ja mittlerweile endlich auch bei uns Einzug gehalten hat und “dem Winter entfliehen” als mögliche Ausrede nicht mehr gilt, werde ich auch heuer wieder den Ultramarathon mit 83,3 km in Angriff nehmen – ok, also 80 km, weil die letzten drei Km vor der Ziellinie in Los Llanos de Aridane stehen so viele Zuschauer die einen quasi durch den Zielbogen schreien 🙂

Weit und lang

transvulcania21

“Das Leiden stand ihm im Gesicht gschrieben” – El Pilar
(c) Prensa TRV

Vom Start am Leuchtturm Faro de Fuencaliente geht es fast 20 km und 2000Hm nur bergauf bis zur zweiten Verpflegung – immer in Vulkansand (daher der Name des Laufs) bei dem man irgendwie das Gefühl hat bei jedem einzelnen Schritt nach vorne zwei wieder zurück zu rutschen. Aber bei Morgengrauen von den Berggipfeln die ganze Insel überblicken zu können hat einfach etwas magisches. Passiert man nach 27 km das Ziel des Mediamarathons (Refugio de El Pilar), muss man – egal wie die körperliche Verfassung ist – einfach weiterlaufen, da dort um 8 Uhr in der Früh geschätzte 500 Spanier eine riesige Party veranstalten und die Stimmung einfach bombig ist. Zumindest hatte ich mir letztes Jahr fest vorgenommen mich dort einfach hinzusetzen, da mein rechtes Bein so furchtbar geschmerzt hat (keine Ahnung was da passiert ist), und wäre durch gar nichts mehr von dort wegzubringen gewesen. Naja,…

Auf und nieder – immer wieder

Philipp Reiter 4421

Freude den höchsten Punkt erreicht zu haben oder Angst vor dem langen Abstieg?
(c) LongLight

Die nächsten 30 km bis zum höchsten Punkt der Insel Roque de Los Muchachos (2426m) mit einem sehr fehl am Platz wirkendem Observatorium ziehen sich schlimmer als ein Kaugummi den man schon den halben Tag im Mund hat und dann bröselig wird (Hahah, wer kennt das noch? ;-)). Hinter jeder Ecke versteckt sich wieder eine Senke und auf einem scheinbaren Gipfel kommt dahinter noch ein höherer. Das der Atlantikwind konstant ziemlich stark kühlt, merkt man nicht wie stark einem die Sonne auf den Kopf brennt – nein, nur mir nicht, weil ich so ein super geniales Cap habe und das natürlich schon weiß mit meiner großartigen Erfahrung ;-). Pffff

Matsch garantiert

Vulkan Martin

“Mare e Monti” – faszinierende Vulkanlandschaft

Nun folgt der brutalste Downhill den ich selber so kenne – 20 km und -2450m bis man mit den Füßen im Meer steht und sich am liebsten an den Strand legen würde. Ja, die letzte Verpflegung nur 7 km vor dem Ziel serviert die letzten Erfrischungen und die Versuchung braun gebrannten Urlaubern auf bunten Standtüchern ihre Kugel Eis aus der Hand zu reißen ist groß. Da die “mitteleuropäischen Beine” zu dieser Jahreszeit so einen langen Abstieg nicht gewohnt sind (ob sie das jemals sein werden sei mal dahingestellt), freut man sich über jede noch so keine gerade Passage und kleine Gegenanstiege werden zum erfreulichen Highlight (also total anders als sonst).

Transvulcania_4

Gemeinsam (endlich) im Ziel
(c) Jordi Saragossa

Der allerletzte Anstieg führt in einem Tal mit rabenschwarzen Wänden und im Windschatten 300Hm nach oben – so muss sich ein Spiegelei auf der Motorhaube eines Jeeps in der Wüste fühlen. Letztes Jahr hätte ich genau dort für einen Schluck Wasser so ziemlich alles gemacht…

Die Herausforderung ist groß

Wie schon bei der vorherigen Auflage, ist das Starterfeld auch heuer wieder top besetzt und so ziemlich alles was in der noch kleinen aber wachesenden Welt der Ultrarunner einen Namen hat, wird am Samstag um 6:00 Uhr (spanische oder deustche Zeit?) am Start stehen. Eigentlich wollte ich mich auf das Rennen perfekt vorbereiten, diesmal endlich alles richtig machen 120% fit an den Start gehen, aber irgendwie kommt immer was dazwischen – sei es eine Erkältung, so eine Sch*** Infektion nach einem Insektenstich oder einfach nur das Gefühl nicht eine Bomben-Form zu haben. Naja, das wird schon werden – hoffentlich!

Who is who

Das “who is who” der Ultrarunnerszene
(c) Ian Corless

Hehe, ich zumindest bin schon wahnsinnig auf meinen nächsten Blog-Bericht gespannt 😉